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Der Top-Down Ansatz

Der Top-Down Ansatz (top-down approach) beschreibt das umgekehrte Umsetzungsszenario – nämlich von oben nach unten. Mit diesem Ansatz sollen die Probleme des klassischen Bottom-up Ansatzes gelöst werden. Die technische Schwierigkeiten, wie das Erlernen der komplexen Technologien RDF und OWL und das manuelle Auszeichen aller existierender Webseiten, sowie die fehlenden Anreize für Unternehmen, Entwickler und Privatleute, sich diesen technischen Herausforderungen zu stellen, könnten mit diesem Ansatz umgangen werden. Bei dem Top-Down Ansatz handelt es sich um einen praktikableren Ansatz, der vom Marktpotenzial und den Erwartungen der Unternehmer angetrieben wird sowie eher auf den Nutzen für den Endnutzer fokussiert ist, als der klassische Ansatz.

Viele Unternehmen machen sich die semantischen Technologien zu Nutzen, in dem sie die im Internet bestehenden, unstrukturierten Informationen verwenden, um so vertikale, semantische Webservices anzubieten. Vertikal bedeutet in diesem Zusammenhang, dass sich es sich um themenspezische Services handelt, wie beispielsweise die vertikale Suchmaschine “Spock”, die das Internet nach allen erdenklichen Informationen über Personen durchsucht. Vertikal also, weil Spocks ausschließlich dazu verwendet werden kann, Informationen über Personen zu finden. Spock weiß, wie Namen von Personen aus HTML herausgelesen werden, sucht nach weiteren in Verbindung stehenden Informationen wie Geburtsdatum und Wohnort und kann die Beziehungen, in denen Personen zueinander stehen, deuten und darstellen. Wird zum Beispiel nach Steve Jobs, dem Gründer und CEO von Apple, gesucht, zeigt Spock auch den Rivalen Bill Gates an. Spock ist eine gelungene Endnutzeranwendung, die sich mit ihrem Zwitterdasein sowohl der Vorteile des semantischen Webs bedient als auch die bestehenden, unstrukturierten Informationen im gegenwärtigen Internet zu nutzen weiß.¹

Der Top-Down Ansatz ist im Grunde genommen nichts anderes als die Verwirklichung des semantischen Webs durch nützliche, von Unternehmen entwickelte und auf Profit ausgerichetet vertikale, teilweise semantische Webservices. Unternehmen greifen die semantischen Technologien auf, weil sie sich davon Profit versprechen und entwickeln deswegen auf den Kundennutzen ausgerichtet Webservices. Wo möglich, verwenden sie bereits semantische Technologien und überbrücken so die zeitliche Lücke bis zur vollen Verwirklichung des semantischen Webs.

Evtl. könnte die Verwirklichung des semantischen Webs aber auch durch einen hybriden Ansatz erfolgen.

—
¹ Alex Iskold (2007): Top-Down: A New Approach to the Semantic Web. Herausgegeben von ReadWrite- Web. Online verfügbar unter http://www.readwriteweb.com/archives/the_top-down_semantic_web.php, zuletzt geprüft am 06.05.2008.

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