E-Commerce B2B

Die meisten Benutzer des Internets verbinden mit elektronischem Handel hauptsächlich das Geschäft mit Privatkunden (B2C). Allerdings liegt das wahre wirtschaftliche Potenzial, das die Veränderung durch digitale Technologien mit sich bringt, im Bereich des Business-to-Business Electronic Commerce (B2B).

Nun ist der elektronische Handel keine neue Erscheinung, vielmehr existieren bereits seit den 1960er Jahren Initiativen, die den elektronischen Datenaustausch (electronic data exchange) zwischen verschiedenen EDV-Systemen der Unternehmen forcieren.  Damit Informationen zwischen den Unternehmen ausgetauscht werden können, müssen sich Sender und Empfänger auf einen gemeinsamen Standard einigen – ein Protokoll, welches den Inhalt überträgt und eine gemeinsame Sprache, die den Inhalt beschreibt.

Eine Reihe von verschiedenen Standards sind seit dem entwickelt worden – ein Beispiel für einen solchen branchenübergreifenden EDI-Standard ist der United Nations Electronic Data Interchange For Administration, Commerce and Transport (UN/EDIFACT).

Generell blieb der tatsächliche Nutzen solcher automatisierter Geschäftsvorgänge weit hinter den Erwartungen zurück, und im Speziellen sind mit dem EDIStandard folgende Nachteile verbunden:

  • Der elektronische Datenaustausch zwischen den Teilnehmern setzt immer eine hohes Maß an Kompatibilität von Hardware, Software und Übertragungsprozeduren auf beiden Seiten voraus.
  • Mit der Einführung von EDI werden meist Änderungen bei internen Unternehmensabläufen notwendig, wodurch in der Regel hohe zusätzliche Investitionskosten entstehen.
  • Genauso wie einmalige Investitionskosten entstehen, sind die laufenden Kosten für den Betrieb des EDI-Systems nicht unerheblich.

Und trotzdem hat Nutzung der Infrastruktur des Internets in den vergangenen Jahren den Austausch von geschäftlichen Daten enorm verbessert. Anzuführen wäre das Beispiel WebEDI. WebEDI ist ein Verfahren zur Anbindung von Geschäftspartnern an das EDI-System ohne EDI-Infrastruktur unter Nutzung des Internets.

Dennoch wird der geschäftliche Datenaustausch nach wie vor dadurch behindert, dass die momentan noch weit verbreitete Hypertext Markup Language (HTML), eine auf Text basierende Auszeichnungssprache zur Strukturierung von Webinhalten, keine Möglichkeit bietet, die Syntax und Bedeutung von Daten wiederzugeben.

Die Extensible Markup Language (XML) löst in Ansätzen diese Problematik, denn sie verfügt über eine standardisierte und vorgegebene Syntax, die die Struktur und den Bedeutungsinhalt von Daten einheitlich definiert. Dennoch unterstützt XML zurzeit keine standardisierten Datenstrukturen und Terminologien, um Geschäftsvorgänge oder angebotene Produkte zu beschreiben. Hierfür werden die semantische Technologie und die Möglichkeiten von XML eine bedeutende Rolle spielen.

So wird sie flexible Unternehmenskooperationen ohne hohe Verwaltungskosten ermöglichen, sowie den automatischen Austausch von Daten enorm beschleunigen und optimieren, wodurch neue Geschäftsmodelle entstehen können. Außerdem werden durch die Software Agents automatische Auktionen, Verhandlungen und Vertragsabschlüsse ermöglicht werden.

Der nächste Abschnitt behandelt die Möglichkeiten, die sich durch die Implementierung und Anwendung der semantischen Technologien innerhalb des Unternehmens ergeben.

Die Entwicklung von der Industriegesellschaft zur Informationsgesellschaft, verbunden mit der stetig wachsenden Menge an produzierten Informationen durch den Menschen, lässt das Management von Wissen in Unternehmen und vor allem großen Organisationen immer wichtiger werden. Am Ende des Tages wird die Organisation den größten Wettbewerbsvorteil erreichen, die die besten Informationen hat, weiß, wo sie diese findet, und sie am schnellstens für sich nutzbar machen kann.

Lesen Sie hier weiter wie Unternehmen von den Technologien des semantischen Webs profitieren können. Zum Beispiel durch  schnellere und fundierte Entscheidungen.

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