Serviceorientierte Architektur (SOA)

“Eine Serviceorientierte Architektur ist ein Framework für die Integration
von Geschäftsprozessen und unterstützender IT-Infrastruktur in Form
von sicheren, standardisierten Komponenten – Services -, die sich
wiederverwenden und kombinieren lassen, um wechselnde Geschäftsanforderungen abzubilden.”¹

Services sind in diesem Zusammenhang als Softwarekomponenten zu verstehen, die so einfach konstruiert sind, dass sie sich mit anderen Softwarekomponenten mühelos verbinden lassen und so einmal programmierte Services langfristig ihren Wert erhalten, da ihre Leistung einzeln immer abrufbar und verfügbar ist und stets mit neuen Services kombiniert werden kann. Das Beispiel eines Online-Brokerage-Anbieters zum Abschluss von Wertpapiergeschäften würde insgesamt die nachfolgenden einzelnen Softwarekomponenten enthalten, die aber auch stets einzeln abrufbar sind.

  • Wertpapierdienst, der handelbare Wertpapiere nennt.
  • Marktdatendienst, der zu einem Wertpapier aktuelle Börsenkurse liefert.
  • Depotdienst, der Zugriff auf das Wertpapierdepot des Anwenders erlaubt.
  • Orderdienst, der Kauf-/Verkaufsaufträge des Anwenders an eine Börse übermittelt.
  • Archivdienst, der alle Daten der Transaktion revisionssicher archiviert.

Ähnlich zum Konzept der Serviceorientierten Architekturen werden auch Personal Agents im semantischen Web einzelne, losgelöste Services oder Informationsbruchstücke zu Wertschöpfungketten zusammenfügen können. Dazu werden die einzelnen Komponenten von Agent zu Agent gereicht, wobei jeder Agent auf seine bestimmte Weise einen Nutzen bzw. eine Information hinzufügt, wodurch schließlich das finale Produkt, das vom Endnutzer angefragt worden ist, konstruiert wird.²

Außerdem steht das Thema Serviceorientierte Architekturen insofern in Beziehung zum semantischen Web, als dass es auf Seiten der Unternehmen das Bewusstsein zur Entwicklung von losgelösten Services schafft, die so in Zukunft eventuell von Software Agents verwendet werden könnten. Weiterhin hat die Forschung rund um das Thema Serviceorientierte Architekturen erkannt, dass sie einige semantischen Technologien nicht umgehen kann bzw. die Serviceorientierte Architekturen von den Technologien des semantischen Webs profitieren werden.

Abschließend könnten Sie sich noch die Veränderungen in der analogen Welt zu Gemüte führen, bevor es mit der Beschreibung des W3Cs, sowie deren Grundprinzipien zum semantischen Web, weitergeht.

——

¹Norbert Bieberstein, Sanjay K. Bose, Marc Fiammante, Keith Jones, Rawn Shah (2005): Service-Oriented Architecture Compass. Business Value, Planning, and Enterprise Roadmap: Prentice Hall International.

²Tim Berners-Lee, James Hendler Ora Lassila (2001): The Semantic Web: a new form of Web content that is meaningful to computers will unleash a revolution of new possibilities. In: Scientific American, H. 284 (5), S. 34–43.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.